Wenn Odin eine Eismaschine hätte dann würde es in Walhalla Met-Eis geben

Honigwein-Eis

Met wird in Walhalla ja seit eh und je den gefallenen Kriegern an Odins Tafel serviert, als Eis hingegen ist dieser noch viel schmackhafter. Nun mag mancher figurbewusste Wikinger den Einwand haben, dass Eis aber nicht gerade gut für die schlanke Kriegertaille sei. Dem kann ich zwei Dinge entgegnen: Zum einen ist Met schon allein durch seinen Alkoholgehalt sehr kalorienreich und hat ungefähr die gleiche Kaloriendichte wie das Eisrezept, zum anderen werden die Kalorien ganz sicher beim alltäglichen Kampftraining abgebaut.

Was genau ist denn Met?

Viele denken bei dem Begriff ganz richtig an Wikinger und Honig, oder auch an Bier. Die ersten Assoziationen sind ganz richtig, die zum Bier hingegen nur bedingt. Met ist Honigwein, der aus Honig und Wasser gemacht wird, in dem dieses Gemisch mit Hefe vergoren wird. Trauben sind nicht enthalten, andere Früchte wie Äpfel oder Kirschen werden manchmal mitvergoren, aber nur  um den Geschmack zu verändern.  Es ist wahrscheinlich eines der ältesten alkoholischen Getränke der Kulturgeschichte. Bereits 3500 Jahre vor Christus wurde Honigwein in Ägypten und Vorderasien hergestellt. Bei den Wikingern war Met seit ältester Zeit ein Kultgetränk. Dank der weitläufigen Wälder stand genug Hönig zur Verfügung. Die Vergärung von Honigwasser zu einem viel schmackhafteren und berauschenden Getränk sahen die alten Germanen als Geschenk der Götter. Der Met war aber nicht ein Getränk der rauschenden Feste und kultischen Handlungen, sondern wurde auch im Alltag genossen. Sogar Karl der Große wusste den Met zu schätzen und verfügte, dass jeder Bauer auch Bienen halten solle.  Erst in späterer Zeit verdrängten die leichter herzustellenden Getränke Bier und Wein den Met aus dem Alltagsgebrauch.

Warum denn nun heute wieder Honigwein verwenden?

„Die Germanen erfreuten sich einer außerordentlichen Gesundheit und erreichten ein hohes Alter. Beides, Gesundheit und hohes Alter verdankten sie besonders ihrem Met.”, schrieb schon Sebastian Kneipp, der bekannte Naturheilpraktiker, der sonst gegen Alkohol war. Aber in früherer Zeit wurden die Ganzen Waben vergoren, so dass neben Honig auch Propolis und Pollen im Met landeten, also Stoffe mit gesundheitlich wichtigen Wirkstoffen. Außerdem ist Met sehr schmackhaft und meiner Meinung nach in der modernen Küche total vernachlässigt. Ein so traditionsreiches Produkt sollte viel öfter in der Novelle Cuisine Einzug finden. Darum experimentiere ich viel mit dem Göttertrunk herum, den ich nun seit mehr als 14 Jahren selbst herstelle, um damit leckere Speisen zu kreieren.

Met-Eis

Nach einigen Versuchen habe ich eine Rezeptur gefunden, die ein cremiges, aber nicht zu weiches und schmackhaftes Eis ergibt. Man nehme:

  • 4 Eigelb
  • 80g Honig
  • 250 ml Met
  • 350 ml Milch

Zuerst schlägt man das Eigelb mit dem Met über einem Wasserbad etwas auf. Dann gibt man die Milch, in welcher der Honig gelöst wurde, dazu lässt das Ganze über dem Wasserbad etwas eindicken. Der Koch sagt auch, man zieht es zur Rose ab. Das heißt man erhitzt die Masse solange, bis sie eine Konsistenz wie Vanillesoße hat. Wichtig ist, dass sie nicht kocht, denn sonst flockt das Eigelb aus und anstatt einer cremigen Eismasse hätte man Honigweinmilch mit Rührei. Wenn die Eismasse etwas abgekühlt ist in die Eismaschine geben. Zur Not kann man das Met-Eis auch einfach in das Gefrierfach geben und öfters mal durchrühren.

Das Eis hat ungefähr 130 Kalorien je 100g.

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Italienische Sehnsucht trifft deutsche Hausmannskost: Grünkohlpizza!

Grünkohlpizza mit Kassler, Schweinebacke und Kohlwurst

In der letzten Woche war ich auf Studienfahrt in Rom. Zwischen Besuchen des Colloseums, des Forum Romanum und des Vatikan meldete sich oft mal der Hunger zu Wort und veranlasste mich das eine oder andere Restaurant aufzusuchen. Bruschetta, Saltimbocca, Pasta und Pizza, die angebotenen Speisen ähnelten sich natürlich überall. Manchmal war das Essen gut, manchmal auch nicht so, was aber alle Gastronomien in der Altstadt bestens zubereitet haben war die Pizza. Folglich war der Pizzakonsum in der Woche nicht unerheblich.

Zurück in Deutschland hatte ich daher Lust mal wieder gute deutsche Hausmannskost zu geniessen und kochte mir leckeren Grünkohl. Um aber nach dem hohen Pizzakonsum keine Entzugserscheinungen zu bekommen verband ich die gute Hausmannskost mit italienischer Dareichungsform und so fand zum ersten mal die Grünkohlpizza den Weg in meine Küche. Schnell etwas Hefeteig angesetzt, ruhen lassen, in Form gebracht und dann mit dem abgetropften Grünkohl dünn belegt. Darauf kamen dünne Tranchen Kassler, Schweinebacke und Kochwurst. Nach fünf Minuten im vorgeheizten Ofen war der Pizzaboden dank der Schamottplatte schön knusprig. Noch ein wenig Senf als dekoratives und würziges Detail oben drauf und fertig war die Pizza cavolo riccio.

Lecker wie in Italien und trotzdem eine willkommene Abwechselung. Sehr zu empfehlen, gerade jetzt wo die Grünkohlzeit wieder beginnt!

 

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